Ist die Bibel die einzige Glaubensgrundlage?

Wenn die Bibel die einzige Glaubensgrundlage wäre, dann müssten in der Bibel alle Dinge zu finden sein, die uns für unseren Weg zu Gott notwendig sind. Aber hat Jesus nicht selbst gesagt, dass er noch nicht alles sagen konnte, sondern noch vieles später hinzukommen wird?
"Noch vieles habe ich euch zu sagen, aber ihr könnt es jetzt nicht tragen." (Joh. 16, 12)
Wenn Jesus noch nicht alles sagen konnte, kann dann in der Bibel alles enthalten sein, wo sie doch, zumindest in den Evangelien, "nur" die Lehren wiedergibt, die Jesus gelehrt hat?
Außerdem gibt es im ganzen NT (Ausnahme Offenbarung) keinen Satz, der besagt, dass die Jünger die Lehren Jesu aufschreiben sollten. Wenn das geschriebene Wort die alleinige Glaubensgrundlage der Christen sein sollte, hätte dann Christus nicht eindringlich darauf hingewiesen und seine Jünger dazu angehalten jede seiner Predigten Wort für Wort mitzuschreiben? Hätte er das Geschriebene dann nicht hinterher kontrolliert und ggf. berichtigt? Oder hätten nicht zumindest die Apostel direkt nach seiner Kreuzigung die Evangelien niedergeschrieben, als die Erinnerung noch frisch war? Hätte nicht Paulus seinen neu gegründeten Gemeinden das Evangelium schriftlich hinterlassen anstatt "nur" Briefe zu schreiben?
Die älteste Aufzeichnung des Evangeliums (Matthäus) geht jedoch auf die Zeit um 50 - 70 n.Chr. zurück, d.h. mindestens 20 Jahre! nach Jesu Kreuzigung.
Nein, Christus hatte etwas anderes für seine Nachfolger vorgesehen:
"Wenn aber jener, der Geist der Wahrheit, gekommen ist, wird er euch in die ganze Wahrheit leiten; denn er wird nicht aus sich selbst reden, sondern was er hören wird, wird er reden, und das Kommende wird er euch verkündigen." (Joh 16, 13)
Dieser "Geist der Wahrheit" ist es, der auch heute noch die Menschheit führen und belehren möchte, der auch heute noch so wirksam ist, wie vor 2000 Jahren.