Wann erkannte Jesus als Mensch, wer er ist und welche Aufgabe er hatte?
Der Zeitpunkt, an dem Johannes der Täufer öffentlich als Bußprediger auftrat, sollte auch für Jesus von entscheidender Wichtigkeit werden. Denn bis dahin wusste er noch nicht, dass er der verheißene Messias war. Als er jedoch Johannes aufsuchte und dieser ihn der Volksmenge als das "Lamm Gottes" vorstellte, das "die Sünde der Welt hinwegnehmen" solle, da erkannte er, wer er war und erhielt sofort auch von Gott selbst die Bestätigung: "Du bist mein geliebter Sohn; an dir habe ich mein Wohlgefallen. ".
"Jetzt war der Augenblick gekommen, wo auch die Geisterwelt Gottes Jesus über seine Lebensaufgabe aufklärte. Es wurde ihm gesagt, dass er der höchste der geschaffenen Geister, der erstgeborene Sohn Gottes sei. Er wurde belehrt, dass er die Wahrheiten Gottes zu verkünden habe, dass er gegenüber den Angriffen Satans standhaft bleiben müsse, dass Satan in seinem Kampfe gegen ihn bis zum Äußersten gehen und ihn in den Kreuzestod hineintreiben werde, wie es von den Propheten vorausgesagt worden war. Worin jedoch der endgültige Sieg über Satan bestand, erfuhr Jesus Christus erst, als sein Geist sich im Kreuzestod vom irdischen Leib getrennt hatte.
Die Hölle erkannte Jesus als den Sohn und Gesandten Gottes, der die Menschheit durch seine Lehre zu Gott führen und für die Wahrheit zu sterben bereit sein solle. Der wirkliche Zusammenhang zwischen dem Kreuzestod Jesu und einem Sieg über die Hölle war auch Satan nicht bekannt. Hätte er die Wahrheit darüber gewusst, so würde er Jesus weder versucht, noch seinen Tod herbeigeführt haben. So aber wollte er Jesus, den er bloß als einen Künder der Wahrheit erkannte, möglichst bald unschädlich machen. Sofern es ihm nicht gelang, Jesus zum Abfall von Gott zu bringen, hoffte er seiner Wirksamkeit als Wahrheitskünder dadurch ein Ende machen zu können, dass er ihm das schimpfliche Los eines Kreuzestodes bereitete. Satan rechnete damit, dass die Lehre eines "Gehängten" bei den Menschen schnell abgetan sei. Denn diese mussten erwarten, dass ein Gottessohn, als den sich Jesus ausgab, soviel Macht von Gott erhalten werde, dass er einen schmählichen Tod von Seiten seiner Feinde verhindern könne. War er dazu nicht imstande, dann war mit seinem Tode auch seine Lehre gerichtet. Das war die Berechnung, die Satan sich gemacht hatte.
Auf Jesus Christus, euren ältesten Bruder, stürzte sich die ganze Hölle, an ihrer Spitze Luzifer selbst. Und das nicht bloß einmal und für wenige Augenblicke, sondern immer und immer wieder, ein ganzes Menschenleben hindurch. Sturmkolonne auf Sturmkolonne der finsteren Mächte ging Tag für Tag gegen diesen Menschensohn vor, und schließlich nahmen sie als Sturmwaffe die größte menschliche Marter, bis der Gequälte am Kreuze verblutete - zwar als Mensch getötet, aber nicht zum Abfall von Gott gebracht. Satan hatte an ihm nichts ausrichten können. Und doch war der, gegen den die ganze Höllenmacht in dieser Weise anstürmte, ein Mensch wie ihr, euch in allem gleich."
(Auszug aus dem Buch "Der Verkehr mit der Geisterwelt Gottes")